GIGA-M / FAQ

Fragen zum Forschungsprojekt

Wie lange ist GIGA-M angelegt?

Das Forschungsprojekt ist über vier Jahre angelegt und wurde für den Zeitraum vom 01.02.2024 bis 31.01.2028 bewilligt.

Wer finanziert GIGA-M?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Verbundforschungsprojekt im Rahmen der Fördermaßnahme im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung „Innovationen für die Energiewende" mit Zuwendungen aus dem Sondervermögen „Klima- und Transformationsfonds".
Der Projektkoordinator und wissenschaftliche Partner Technische Universität München sowie der Landkreis und die LHM werden zu 100 % gefördert. Die Energie-Wende-Garching GmbH (EWG), die SWM und die Energieagentur Ebersberg-München gGmbH (EA-EBE-M) werden mit 50% unterstützt. Die restlichen Kosten werden von den Verbundpartnern selbst getragen.

Wer profitiert von GIGA-M?

Die Ergebnisse von GIGA-M sollen später allen beteiligten Kommunen im Großraum München und den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Die entwickelten Methoden sind aber auch für eine Übertragung auf andere Regionen mit geothermischer Nutzung vorgesehen.

Warum braucht es GIGA-M?

Alle Kommunen müssen bis 2045 klimaneutral sein. Der Großraum München setzt in der Wärmeversorgung primär auf Tiefe Geothermie. Um die Ziele zu erreichen, muss die Zahl der Geothermieanlagen sehr stark wachsen. Zurzeit benötigen Großprojekte in München nicht selten zehn Jahre oder länger, bis sie in Betrieb gehen. Dennoch wird Erdwärme in einzelnen, voneinander abgegrenzten Projekten erschlossen. Jedes Vorhaben arbeitet für sich. Diese Strategie kostet viel Zeit und Ressourcen und ist ineffizient und risikoreicher als eine geordnete Erschließungsstrategie.

GIGA-M steht für einen strategischen Wechsel von der derzeitigen Umsetzung einzelner Standorte zur synergetischen, interkommunalen Nutzung des gesamten geothermischen Felds. Ziel ist es, maximal viel Fernwärme aus dem Thermalwasserreservoir zu gewinnen und dies schneller, sicherer, nachhaltiger und mit weniger Aufwand zu schaffen.

Warum braucht es interkommunale Zusammenarbeit?

Dafür sprechen wirtschaftliche und hydrogeologische Gründe (Hydrogeologie ist die Wissenschaft vom Wasser in der Erdkruste). Während die Stadt mehr Wärme benötigt, als unter ihr vorhanden ist, verfügt das Umland über mehr Erdwärmepotenzial, als es benötigt. Gleichzeitig sind die anfänglichen Kosten für Erschließung, Betrieb und Netze für kleine Kommunen oftmals zu hoch. Große städtische Vorhabenträger können diese eher schultern und verfügen bereits über entsprechende Kompetenzen. Eine verstärkte Zusammenarbeit kann dazu führen, dass die jeweiligen Bedürfnisse zu geringeren Kosten erfüllt werden.

Daneben kennt das als zusammenhängendes System zu verstehende Thermalwasserreservoir keine Gemeinde- oder Konzessionsgrenzen. Ohne Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften, Konzessionsinhaber und Unternehmen besteht das Risiko, dass neue Standorte suboptimal gewählt werden müssen, Bohrungen nicht optimal ausgerichtet werden und die Anlagen nicht ihre vollständige Leistungsfähigkeit erreichen.

Um welche konkreten Geothermie-Vorhaben geht es?

GIGA-M hat den gesamten Großraum München und nicht einzelne Vorhaben im Fokus. Die Ergebnisse sollen alle zukünftigen Vorhaben in diesem Umgriff begünstigen.

Wo und wie kann die Öffentlichkeit mehr über GIGA-M und seine Fortschritte erfahren?

Neben dieser Webseite werden wir im Rahmen verschiedener Off- und Online-Formate über den Fortschritt berichten. Während der Seismik-Messungen werden die Bürger*innen GIGA-M auch unmittelbar wahrnehmen. Die großen Seismik-Trucks sind kaum zu übersehen. Auch die Seismik-Kampagne wird von entsprechender Informationsarbeit begleitet.

Werden im Rahmen von GIGA neue Bohrstandorte entschieden?

Nein. GIGA-M entwickelt eine einheitliche und effektive Vorgehensweise, wie Vorhabenträger und Behörden mögliche Flächen bewerten und sichern können. Eine konkrete Standortentscheidung und Projektentwicklung sind die Schritte, die sich an GIGA-M anschließen oder in gesonderten Projekten parallel laufen.

Was bringt mir GIGA-M als Kommune?

GIGA-M möchte möglichst viele Kommunen im Großraum München in das Thema Tiefe Geothermie einbeziehen und jede teilnehmende Kommune in die Lage versetzen, das Potenzial der Geothermie als klimaneutrale Wärmequelle bestmöglich beurteilen zu können. GIGA-M bietet:
  • Daten- und Wissensgrundlage zur Beurteilung des geothermischen Potenzials

  • Prototyp für Behörden- und Bewertungsmodell für zukünftige Vorhaben

  • Instrumente zur Bearbeitung der Bereiche Flächensuche, wirtschaftliche und rechtliche Kooperationsmodelle und Kommunikation

  • Vernetzungsmöglichkeit mit anderen kommunalen Interessenten

  • Erfahrungsaustausch zwischen städtischen und ländlichen Akteur*innen

  • Weichenstellung für zukünftige Projekte

Wie kann ich als Kommune teilnehmen?

Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf (kontakt@giga-m.de), sofern ihre Kommune noch nicht durch uns kontaktiert wurde.

An wen richtet sich GIGA-M?

In erster Linie an alle Kommunen im Großraum München, auf deren Gebiet die Seismik-Kampagne durchgeführt werden soll. Diese sind:

Alling, Aschheim, Aying, Baierbrunn, Bergkirchen, Brunnthal, Dachau, Dietramszell, Eching, Egling, Egmating, Eichenau, Emmering, Feldkirchen, Finsing, Fürstenfeldbruck, Garching b. München, Gauting, Germering, Gilching, Gräfelfing, Grasbrunn, Gröbenzell, Grünwald, Haar, Haimhausen, Hallbergmoos, Hebertshausen, Hohenbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Holzkirchen, Icking, Ismaning, Karlsfeld, Kirchheim b. München, Krailling, Moosinning, Neubiberg, Neufahrn b. Freising, Neuried, Oberhaching, Oberpframmern, Oberschleißheim, Olching, Otterfing, Ottobrunn, Perlacher Forst, Planegg, Pliening, Poing, Puchheim, Pullach i. Isartal, Putzbrunn, Sauerlach, Schäftlarn, Straßlach-Dingharting, Taufkirchen, Unterföhring, Unterhaching, Unterschleißheim, Valley, Vaterstetten, Zorneding
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Fragen zur Seismik-Kampagne

Wie funktioniert Vibroseismik?

An der Erdoberfläche werden mit speziellen Fahrzeugen, sogenannten Vibrotrucks, die mit einer absenkbaren Vibrationsplatte ausgestattet sind, Schallwellen erzeugt. Diese werden auf ihrem Weg im Untergrund teilweise an Gesteinsgrenzschichten reflektiert und erreichen nach einer gewissen Laufzeit wieder die Erdoberfläche. Hier werden sie mit sensiblen Schwingungsmessgeräten, sogenannten Geophonen, registriert und gespeichert.

Was bekomme ich als Anlieger davon mit?

Während der Messkampagne bewegen sich die Vibrofahrzeuge langsam vorwärts und werden von Begleitfahrzeugen nach vorne und hinten abgesichert. Alle ca. 25 m hält der Konvoi und die Vibrotrucks senken eine ca. 2,5 m² große Vibrationsplatte auf den Boden ab. Sie starten eine Anregungsphase von ca. 60 Sekunden. Während einer seismischen Anregung sind in unmittelbarer Nähe der Fahrzeuge leichte Vibrationen spürbar. An jedem Haltepunkt stehen die Fahrzeuge nur wenige Minuten, dann fährt der Konvoi zum nächsten Haltepunkt in ca. 25 m Entfernung weiter. Von einem Standort aus ist der Konvoi insgesamt etwa 20 Minuten wahrnehmbar.

Welchen Nutzen hat die 3D Seismik?

Als Ergebnis der seismischen Messungen erhalten wir ein dreidimensionales Bild des Untergrunds, aus dem Rückschlüsse auf die Lage und Beschaffenheit der Gesteinsschichten gezogen werden können. Mithilfe der 3D-Untergrundmodelle können weitere Erschließungsbohrungen optimal geplant werden. Zudem ist die Entwicklung eines umfassenden Reservoirmanagement-Modells geplant, um das Tiefengeothermiepotenzial im Großraum München synergetisch zu nutzen.

Sind die seismischen Messungen schädlich für die Natur?

Um die Einwirkungen der Messkampagne auf Mensch, Natur und Umwelt möglichst gering zu halten, wird auf die minimalinvasive Erkundungsmethode Vibroseismik zurückgegriffen. Im Rahmen des Genehmigungsmanagements, das in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden erfolgt, wird entschieden, ob ein Befahren oder Betreten der jeweiligen Schutzgebiete möglich ist. Sollte das Betreten oder Befahren einzelner Flächen mit erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigungen verbunden sein, werden diese Flächen von der weiteren Planung ausgeschlossen.

Ist mein Haus bedroht?

Durch die Einhaltung von Sicherheitsabständen wird der Einfluss von Erschütterungen auf bauliche Anlagen minimiert. An benachbarten Gebäuden werden separate Erschütterungsmessungen entsprechend DIN 4150, Teil 3, ausgeführt. Bei Annäherung der Messwerte an die Anhaltswerte wird die Anregungskraft der Vibratoreinheit reduziert. Ist absehbar, dass die Anhaltswerte am Immissionsort nicht eingehalten werden können, wird dieser Anregungspunkt ausgelassen.

Wie laut ist der Vorgang?

Die Vibrotrucks sind mit lärmgedämmten Dieselmotoren und Hydraulikantrieben ausgestattet. Dennoch sind während der Fahrt und der Vibro-Messung deutliche Motorgeräusche hörbar. Bei Anregung beträgt die Lautstärke etwa 87 dB(A) in 10 m Entfernung seitlich vom Fahrzeug. Dies ist vergleichbar mit einem Dieselmotor eines vorbeifahrenden LKWs in 10 m Entfernung.

Wie lange dauert die Messung?

Jede Anregungsphase (Sweep) dauert ca. 60 Sekunden, bevor die Schwingungsplatte angehoben wird. An jedem Haltepunkt stehen die Fahrzeuge nur wenige Minuten, dann fährt der Konvoi zum nächsten Haltepunkt weiter. Die Durchführung der Messungen wird sich insgesamt über einen Zeitraum von 3-4 Monaten erstrecken. Von einem Standort aus ist der Konvoi insgesamt etwa 20 Minuten wahrnehmbar.

Innerhalb welcher Arbeitszeiten wird der Messtrupp tätig sein?

Die Messungen finden von Montag bis Samstag statt, an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen erfolgen keine Arbeiten. Weiterhin beschränken sich die Arbeiten auf Zeiten zwischen 06:00 Uhr und 22:00 Uhr – in Wohngebieten werden bereits nach 20:00 Uhr keine Messungen mehr durchgeführt.

Kann ich irgendwo nachschauen, wann ich betroffen bin?

Die geplanten Messgebiete und der Ablauf werden über die Gemeindeblätter und Stadtteilmedien veröffentlicht. Während der Messkampagne kann der geplante Messverlauf jeweils für den kommenden Tag auf der Projekt-Homepage eingesehen werden.

Ich habe ein Geophon gefunden und glaube es gehört hier nicht hin, was kann ich tun?

Wir sind sehr dankbar für Hinweise zu Geophonen, die von ihrem Ursprungsort entfernt wurden. Falls Sie ein Geophon gefunden haben, das einzeln an einem Ort liegt, geben Sie uns gerne einen Hinweis an kontakt@giga-m.de.

Ist auf den Geophonen Strom und sind diese gefährlich?

Nein, die ausgelegten Geophone stehen nicht unter Strom. Um die Messergebnisse nicht zu beeinflussen, sollten sie aber nicht herausgezogen oder verschoben werden.

Hinterlässt die Seismik Spuren?

Die Messarbeiten werden von einer sehr erfahrenen und professionell agierenden Firma durchgeführt. Leider lässt es sich nicht immer vermeiden, dass nach der Messung alles so wie zuvor ist. So können, beispielsweise bei verregnetem Wetter, Fahr- und Anregungsspuren der Trucks zurückbleiben. Für diesen Fall dokumentieren Facharbeiter alles rund um die Messarbeiten und klären die Regulierung bei möglichen Schäden. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen an kontakt@giga-m.de.

Warum finden in meinem Gemeindegebiet erneut Seismikmessungen statt?

Ziel der Seismikkampagne ist eine lückenfüllende Datenerhebung. Dafür ist es aus physikalisch-technischen Gründen notwendig, in bestimmten Überlappungsbereichen zu früheren Seismik-Flächen erneute Messungen durchzuführen. Die meisten Bereiche, in denen früher schon einmal 3D-seismische Messungen stattgefunden haben, werden nicht erneut befahren.
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Allgemeines

Was ist Geothermie?

Der Begriff Geothermie bezeichnet Wärmeenergie, die unterhalb der Erdoberfläche gespeichert ist. Je tiefer man bohrt, desto wärmer wird es. Die Energie aus Geothermie lässt sich zum Heizen und zur Stromerzeugung nutzen.

Was ist der Unterschied zwischen Tiefer und Oberflächennaher Geothermie?

Oberflächennahe Geothermie nutzt Erdwärme aus bis zu 400 Metern Tiefe. Bei Tiefengeothermie wird Erdwärme genutzt, die zwischen 400 Metern und mehreren Kilometern tief unter der Erde liegt.

Wie funktioniert Tiefe Geothermie?

Um Geothermie zu nutzen, wird über Bohrungen heißes Thermalwasser an die Oberfläche gepumpt und über Wärmetauscher geleitet. Diese entziehen dem Thermalwasser die Energie und übertragen diese auf das Fernwärmenetz. Das abgekühlte Wasser wird über Injektionsbohrungen wieder in die Tiefe zurückgeführt – es entsteht also ein geschlossener Kreislauf.

Wo befindet sich das Thermalwasser und wie heiß ist es?

In einer Tiefe von 2.000 Metern (nördliche Stadtgrenze Münchens) bis mehr als 3.000 Metern (südliche Stadtgrenze Münchens) unter der Erdoberfläche befindet sich eine wasserführende Gesteinsschicht mit Wassertemperaturen von 80 bis über 100 Grad Celsius. Dieses heiße Wasser lässt sich zur Erzeugung von Fernwärme und damit zum Heizen nutzen.

Aus welchen Teilen besteht eine Anlage der Tiefen Geothermie?

Im Bereich der tiefen Geothermie ist die sogenannte Dublette der Grundbaustein der Anlage. Sie besteht aus einer Förderbohrung und einer Injektionsbohrung. Über erstere wird das heiße Thermalwasser nach oben in die Wärmestation gepumpt, über letzteres wird es wieder in den Untergrund geleitet.

Kühlt Geothermie den Boden aus?

Im Bereich um die Injektionsbohrung kühlt sich das Gestein ab. Die Geothermieanlagen sind so geplant, dass im Durchschnitt frühestens nach 50 Jahren Betrieb an einer Entnahmebohrung eine Abkühlung von maximal 1 °C eintritt. Die Anlage ist dann immer noch funktionsfähig. Wird die Förderung eingestellt, erwärmt sich das Wasser wieder durch die natürliche Wärmenergie der Erde.

Woher kommt die Wärme?

Die Wärme stammt zu einem Drittel von der Abkühlung des Planeten während seiner Bildung vor 4,5 Milliarden Jahren. Der Rest entsteht durch den ständigen Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass dieser Wärmestrom noch mindestens für die nächsten viereinhalb Milliarden Jahre vorhanden ist und damit aus menschlicher Sicht als unerschöpflich gilt.

Wie lange dauern Planung und Genehmigung?

Planung und Genehmigung sind stark projektabhängig, dauern aber gewöhnlich jeweils mehrere Jahre. Insgesamt kann es im innerstädtischen Gebiet unter den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen etwa zehn Jahre dauern, bis eine Geothermieanlage vom Planungsbeginn bis zur Wärmelieferung umgesetzt wird.

Wie lange dauert die Bohrung?

Nach der bergrechtlichen Genehmigung können die Bohrarbeiten beginnen. Die Dauer der Bohrung selbst ist projektabhängig. Die sechs Bohrungen am Energiestandort Süd dauerten bspw. rund zwei Jahre. Für die Geothermieanlage am Michaelibad sind knapp vier Jahre veranschlagt.

Wann kann die Anlage in Betrieb gehen?

Sind alle Anlagenbestandteile errichtet, müssen umfangreiche Tests vollzogen werden. Diese Tests dauern mehrere Wochen. Insgesamt kann es im innerstädtischen Gebiet etwa zehn Jahre dauern, bis eine Geothermieanlage vom Planungsbeginn bis zur Wärmelieferung umgesetzt wird.
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Auswirkungen auf Mensch und Natur

Kann Geothermie das Grundwasser beeinträchtigen?

Tiefengeothermie nutzt Thermalwasser aus mehreren Kilometern Tiefe, das nicht in Verbindung mit dem deutlich höher gelegenen, oberflächennahen Grundwasser zur Trinkwasserversorgung steht. Eine Grundwasserkontamination kann deshalb ausgeschlossen werden. Tiefe Geothermiebohrungen in den Trinkwasserschutzzonen I und II sind verboten.

Wie wird das Grundwasser beim Bohren geschützt?

Da Tiefbohrungen teleskopartig verrohrt und die Rohrstrecken anschließend zementiert werden, ist eine Abdichtung zum umliegenden Gestein vorhanden. So wird verhindert, dass Grundwässer aus verschiedenen Tiefenlagen miteinander interagieren können. Die Dichtigkeit der Bohrungen wird sowohl während der Errichtung als auch im Betrieb regelmäßig geprüft.

Besteht ein Risiko durch Radon in der Luft?

Bei uns besteht keine Gefahr durch Radon. Das durch Geothermie erschlossene Gestein der bayerischen Molasse enthält praktisch keine radioaktiven Elemente. Darum kommt es hier auch nicht zur zusätzlichen Mobilisation oder Anreicherung von Radon.

Mit welchen Lärmemissionen ist während der Bau- und Bohrphase zu rechnen?

Die SWM arbeiten immer mit staatlich vereidigten externen Lärmschutzgutachtern zusammen, sodass die gesetzlich vorgeschriebenen Richtwerte zum Schutz der Gesundheit nicht überschritten werden. Während der Bohrphase wird die Geräuschentwicklung kontinuierlich überwacht.

Mit welchen Lärmemissionen ist im Betrieb zu rechnen?

Ist eine Geothermieanlage in Betrieb, ist sie kaum mehr wahrnehmbar. Es verbleibt die Geräuschquelle der Lüftungsanlagen, die sich innerhalb des sehr gut gedämmten Gebäudes befinden. Diese Emissionen sind im Lärmschutzkonzept der jeweiligen Anlage berücksichtigt.

Welche Schutzmaßnahmen werden während der Bohrung unternommen?

Dies hängt in erster Linie vom Standort und der Schutzwürdigkeit dessen Umgebung ab. In Nachbarschaft zu Wohngebieten setzen wir bspw. auf eine Einhausung des Bohrturms. Um den Bohrplatz herum wird eine Lärmschutzwand aufgestellt.

Lichtverschmutzung während der Bauphase

Während der Tiefbohrarbeiten besteht ein 24 h Betrieb auf der Baustelle. Da die Bohrarbeiten bei innerstädtischen Projekten von einer mehrere Meter hohen Lärmschutzwand umgeben sind, die das Licht abschirmen, ist mit keiner nennenswerten Emission von Licht in Richtung Wohnhäuser zu rechnen.

Hat die Bauphase Einfluss auf das Grundwasser?

Die Bauweise des Bohrplatzes ist so konzipiert, dass Wässer, die mit potenziellen Schadstoffen in Berührung kommen, direkt in ein Auffangbecken zur Entsorgung zugeführt werden. Die Baustellen stehen unter Aufsicht des Berg-, Wasserwirtschaftsamts und der Münchner Stadtentwässerung.
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Seismizität

Wie groß ist die Gefahr, dass in München durch Geothermieanlagen Seismizität entsteht?

München liegt in einem Gebiet außerhalb einer Erdbebenzone mit sehr geringer seismischer Gefährdung. Rund um Geothermieanlagen kann es zur sogenannten induzierten Seismizität kommen. Diese Mikrobeben sind so selten und schwach, dass sie nur in Ausnahmefällen von Menschen wahrgenommen werden können. Schäden an Gebäuden oder eine Gefährdung von Menschen und Natur sind nicht zu erwarten. Ein spürbares seismisches Ereignis ist bei den Anlagen der SWM noch nie beobachtet worden.

Was tun die SWM, um das Risiko eines seismischen Ereignisses zu minimieren?

Alle Geothermiebohrungen der SWM werden so geplant, dass Risiken für induzierte Seismizität von Beginn an minimiert werden. Dafür sind gute Kenntnisse des Untergrunds notwendig, die mittels 3D-seismischer Daten generiert werden. Alle Geothermievorhaben werden zudem eng vom Bergamt Südbayern und dem Erdbebendienst Bayern begleitet und überwacht.

Kann es zur Senkung des Bodens wie im Bergbau kommen?

Landabsenkungen, wie bspw. aus dem Kohlebergbau oder der Gasförderung bekannt, sind bei hydrothermaler Geothermie nicht zu erwarten. Durch das Zurückführen des abgekühlten Thermalwassers in räumlicher Nähe zur Entnahme entsteht ein Gleichgewicht. Die Volumenänderung im Untergrund ist so gering, dass es zu keinen Schäden an der Oberfläche kommt.

Kann es zur Hebung des Bodens wie in Staufen kommen?

Im baden-württembergischen Staufen wurde im Rahmen eines Geothermie-Vorhabens ein Anhydrit-Vorkommen angebohrt. Diese Mineralschicht kommt unter München nicht vor, sodass diese Gefahr ausgeschlossen ist.
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Akzeptanz

Wie sind die Münchner zu Geothermie eingestellt?

Tiefe Geothermie ist im Bereich der erneuerbaren Energie und im Vergleich zur oberflächennahen Geothermie weniger bekannt. Dies kann Skepsis hervorrufen. Dennoch bewerten die Münchner Bürger*innen, den Erfahrungen der SWM nach, die relativ neue Technologie überwiegend positiv. Daher begleiten die SWM neue Vorhaben mit einem proaktiven und transparenten Bürger-Dialog.

Die unmittelbare Nachbarschaft einer neuen Anlage wird nicht immer an die Fernwärme angeschlossen. Warum?

Die in Zukunft lokal vorgesehene Wärmeversorgungsart gibt die kommunale Wärmeplanung für München vor. Das Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München betrachtet die Wärmeversorgung stadtweit und ganzheitlich, dabei können für innerstädtische Gebiete mit Ein- oder kleinen Mehrfamilienhäusern Nahwärmelösungen sinnvoller sein, auch wenn eine Geothermieanlage in unmittelbarer Nähe Fernwärme erzeugt.
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Sonstiges

Sinkt der Wert einer Immobilie in Nachbarschaft einer neuen Geothermieanlage?

Geothermieanlagen in Betrieb verursachen kaum Emissionen. Die Nachbarschaft wird also nicht negativ beeinträchtigt. Mit Wertverlust ist im Regelfall nicht zu rechnen. Darüber hinaus eröffnen Geothermievorhaben neue Möglichkeiten der lokalen Wärmeversorgung. Standorte mit nachhaltiger Versorgung gewinnen an Attraktivität.
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